Mo, 12:46 Uhr
16.12.2013
Tastbare Grimm-Broschüre
In Heilbad Heiligenstadt können Sehbehinderte und blinde Menschen jetzt in einer ganz besonderen Broschüre "lesen". Die tastbare Grimm-Broschüre ist ein weiterer Baustein im barrierefreien Tourismus...
Marie-Theres Nolte und Karl-Heinz Wittkowski mit der druckfrischen Brüder-Grimm-Broschüre
Vor 175 Jahren weilten Jacob und Wilhelm Grimm in Heiligenstadt, um Einzelheiten zur Edition des Deutschen Wörterbuches zu besprechen. Dieses Jubiläum war für die Kreisorganisation Eichsfeld des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e. V. (BSVT) Anlaß, eine taktile Broschüre für Blinde und Sehbehinderte über die Brüder Grimm zu erstellen.
Tatkräftige Unterstützung erhielt der Verband laut Kreisvorsitzendem Ralf Lindemann von der ehemaligen Geschäftsführerin des Heiligenstädter Verkehrsverbandes, Marie-Theres Nolte. Aus ihrer Feder stammt der Text, der in Blindenschrift und umgesetzt ist.
Die Vorderseite der DIN A5-Broschüre ziert ein Foto der Brüder Grimm, das für Sehgeschädigte tastbar gestaltet wurde. Frau Nolte hatte 1994 die Idee, barrierefreien Tourismus in Heiligenstadt und Urlaub für Blinde und Sehbehinderte im Eichsfeld anzubieten. Sie hatte auch den ersten Stadtführer in Blindenschrift über Heilbad Heiligenstadt erstellt, immer ein offenes Ohr für unsere Ideen, hat mit uns gemeinsam so manche Projekte ins Laufen gebracht, so Ralf Lindemann während der Vorstellung der Broschüre im Heiligenstädter Haus des Handwerks.
Er ist stolz über den weiteren Meilenstein im Rahmen des Projektes Urlaub für Blinde und Sehbehinderte im Eichsfeld. Wurden doch bereits ein taktiler Stadtführer, Informationskarten über den Wallfahrtsort Etzelsbach, über Theodor Storm, eine Zeittafel über Heilbad Heiligenstadt und Ansichtskarten der Eichsfeldmetropole durch Initiative des gemeinnützigen Verbandes erstellt.
Sein besonderer Dank gilt dem Lions-Club Heiligenstadt/ Worbis – Eichsfeld, der das Projekt Grimm-Broschüre mit einem Betrag in Höhe von 570 Euro finanzierte. Die Herstellung erfolgte durch eine Firma aus Erfurt, die auf Drucksachen für Blinde und Sehbehinderte spezialisiert ist.
Für den anwesenden Präsidenten vom Lions-Club, Karl-Heinz Wittkowski, war es eine große Freude, dem Blinden- und Sehbehindertenverband bei der Umsetzung seines Projektes zu unterstützen. Der Lions-Club ist von Haus aus den Behinderten verpflichtet, besonders auch den Blinden und Sehbehinderten, so Präsident Wittkowski. Seine Mitstreiter engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit, die Erlöse aus dem Glühweinverkauf vom Heiligenstädter Weihnachtsmarkt und dem Weihnachtskalender fließen in die Finanzierung sozialer Projekte.
Die Brüder Grimm liegen mir sehr am Herzen, nicht nur dass sie die Märchenbrüder waren, sondern auch die Stars des 19. Jahrhunderts. Sie waren hervorragende Wissenschaftler, Germanisten, Politiker und Rechtswissenschaftler. Die Märchen sammelten sie nebenbei, so Marie-Theres Nolte im Beisein zahlreicher Verbandsmitglieder und Gäste, darunter auch Heiligenstadts Stadtoberhaupt Thomas Spielmann.
Grund für die Anwesenheit der Brüder Grimm in Heiligenstadt sei eine Anfrage der Weidmannschen Buchhandlung, erzählte sie weiter. Und es dauerte noch 123 Jahre bis das Deutsche Wörterbuch 1961 vollendet wurde. Es war literarisch die größte deutsch-deutsche Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der damaligen DDR.
Autor: enMarie-Theres Nolte und Karl-Heinz Wittkowski mit der druckfrischen Brüder-Grimm-Broschüre
Vor 175 Jahren weilten Jacob und Wilhelm Grimm in Heiligenstadt, um Einzelheiten zur Edition des Deutschen Wörterbuches zu besprechen. Dieses Jubiläum war für die Kreisorganisation Eichsfeld des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e. V. (BSVT) Anlaß, eine taktile Broschüre für Blinde und Sehbehinderte über die Brüder Grimm zu erstellen.
Tatkräftige Unterstützung erhielt der Verband laut Kreisvorsitzendem Ralf Lindemann von der ehemaligen Geschäftsführerin des Heiligenstädter Verkehrsverbandes, Marie-Theres Nolte. Aus ihrer Feder stammt der Text, der in Blindenschrift und umgesetzt ist.
Die Vorderseite der DIN A5-Broschüre ziert ein Foto der Brüder Grimm, das für Sehgeschädigte tastbar gestaltet wurde. Frau Nolte hatte 1994 die Idee, barrierefreien Tourismus in Heiligenstadt und Urlaub für Blinde und Sehbehinderte im Eichsfeld anzubieten. Sie hatte auch den ersten Stadtführer in Blindenschrift über Heilbad Heiligenstadt erstellt, immer ein offenes Ohr für unsere Ideen, hat mit uns gemeinsam so manche Projekte ins Laufen gebracht, so Ralf Lindemann während der Vorstellung der Broschüre im Heiligenstädter Haus des Handwerks.
Er ist stolz über den weiteren Meilenstein im Rahmen des Projektes Urlaub für Blinde und Sehbehinderte im Eichsfeld. Wurden doch bereits ein taktiler Stadtführer, Informationskarten über den Wallfahrtsort Etzelsbach, über Theodor Storm, eine Zeittafel über Heilbad Heiligenstadt und Ansichtskarten der Eichsfeldmetropole durch Initiative des gemeinnützigen Verbandes erstellt.
Sein besonderer Dank gilt dem Lions-Club Heiligenstadt/ Worbis – Eichsfeld, der das Projekt Grimm-Broschüre mit einem Betrag in Höhe von 570 Euro finanzierte. Die Herstellung erfolgte durch eine Firma aus Erfurt, die auf Drucksachen für Blinde und Sehbehinderte spezialisiert ist.
Für den anwesenden Präsidenten vom Lions-Club, Karl-Heinz Wittkowski, war es eine große Freude, dem Blinden- und Sehbehindertenverband bei der Umsetzung seines Projektes zu unterstützen. Der Lions-Club ist von Haus aus den Behinderten verpflichtet, besonders auch den Blinden und Sehbehinderten, so Präsident Wittkowski. Seine Mitstreiter engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit, die Erlöse aus dem Glühweinverkauf vom Heiligenstädter Weihnachtsmarkt und dem Weihnachtskalender fließen in die Finanzierung sozialer Projekte.
Die Brüder Grimm liegen mir sehr am Herzen, nicht nur dass sie die Märchenbrüder waren, sondern auch die Stars des 19. Jahrhunderts. Sie waren hervorragende Wissenschaftler, Germanisten, Politiker und Rechtswissenschaftler. Die Märchen sammelten sie nebenbei, so Marie-Theres Nolte im Beisein zahlreicher Verbandsmitglieder und Gäste, darunter auch Heiligenstadts Stadtoberhaupt Thomas Spielmann.
Grund für die Anwesenheit der Brüder Grimm in Heiligenstadt sei eine Anfrage der Weidmannschen Buchhandlung, erzählte sie weiter. Und es dauerte noch 123 Jahre bis das Deutsche Wörterbuch 1961 vollendet wurde. Es war literarisch die größte deutsch-deutsche Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der damaligen DDR.