Moderne Produktionsstätten, akkurate Fertigung und beste Materialien – die Herkunftsbezeichnung Made in Germany steht noch immer für ein hohes Maß an Qualität. Das Europaparlament würde derzeit gern neue Regeln für das Made-in-Kennzeichen durchsetzen. Was bedeutet das für Made in Germany...
Streng genommen ist also Made in Germany gar kein richtiges Güte- oder Qualitätssiegel, wird aber von Abnehmern und Endverbrauchern auf der ganzen Welt auch im Jahr 2014 noch immer als solches verstanden. Kein Wunder also, dass die hiesige Industrie in diesem Zusammenhang keinen Spaß versteht. Nachweislich hilft dieses Siegel beim Absatz deutscher Produkte und außerdem ist es als Markenzeichen etabliert. Auch für die Deutschen selbst macht der Hinweis Made in Germany beim Einkaufen manchmal den entscheidenden Unterschied. Ursprünglich wurde diese Bezeichnung im späten 19. Jahrhunderts als Schutz vor billiger Importware in Großbritannien eingeführt – auch damals ging es also schon um Qualität.
Neuregelungen haben keine guten Chancen
Manche Produkte, auf denen groß der Vermerk Made in Germany prangt, bestehen jedoch aus Einzelteilen, die im Ausland günstig gefertigt wurden. Das Europaparlament würde das gerne ändern. Die Abgeordneten stimmten vor einigen Tagen in Straßburg mit den Stimmen der Sozialdemokraten und gegen die Union dafür, das Gütesiegel zur Pflicht zu machen und die Ausweisung des genauen Herkunftslands stärker zu reglementieren. Der Endverbraucher soll beim Erwerb eines Produktes klar erkennen können, aus welchem Land selbiges stammt. Allein, also ohne die Zustimmung der Mitgliedstaaten, kann das Parlament die Regeln nicht ändern. Fachleute sehen für die Neuregelungen daher keine Zukunft.