Fr, 20:20 Uhr
18.03.2016
Leinefelde
Sprachvermittler erhielten Dank
In regelmäßigen Abständen treffen sich ehrenamtlichen Sprachvermittler und Sprachvermittlerinnen aus dem Landkreis Eichsfeld, um Erfahrungen auszutauschen....
Organisiert werden diese Treffen von der Trägerinitiative aus dem Familienzentrum Kerbscher Berg, der Villa Lampe, dem evangelischem Kirchenkreis Mühlhausen, der Caritas sowie der Diakonie und gefördert werden sie durch das Bundesprogramm Demokratie leben!.
Gestern fand im Jugendzentrum Leinefelde der Villa Lampe ein ganz besonderes Sprachvermittler-Treffen statt. Landrat Dr. Henning und Regionalbischof Propst Dr. Stawenow besuchten die Veranstaltung, um Worte des Dankes an die Ehrenamtlichen zu richten und um einen Einblick in ihre Arbeit zu bekommen.
Landrat Dr. Henning meinte zu Beginn seiner Ausführungen, er habe die Einladung gerne angenommen, um sich zu erkundigen, was die Ehrenamtlichen in ihren Bereichen tun.
Er höre viel Gutes, gerade über Sprachvermittlung.
Mehrere Sprachvermittler und Vermittlerinnen aus unterschiedlichen Orten im Eichsfeld konnten den Gästen und den anderen Ehrenamtlichen ihre Erfahrungen schildern. Eine Lehrerin im Ruhestand berichtete, dass sie sich in den Jahrzenten ihrer Lehrtätigkeit nie hätte vorstellen können, mit einen Team aus drei Sprachvermittlern vor einer Klasse zu stehen.
Heute kann sie sich keine andere Arbeitsweise vorstellen, um die Herausforderungen zu bewältigen. Die Zusammenarbeit im Dreierteam klappe super und bei den drei fremden Frauen hat sich eine Freundschaft entwickelt. Die gemeinsame Aufgabe schweißt zusammen, denn es gab für sie viele Herausforderungen in den letzten vier Monaten, in denen sie Flüchtlinge unterrichten. Zu enge Räume, das Fehlen von passenden Material wie einer Tafel oder genügend Lehrmaterial haben den Ehrenamtlichen zu schaffen gemacht.
Lösungen wurden gefunden. Als Anschauungsmaterial nehmen die Ehrenamtlichen eine Handvoll Prospekte aus Supermärkten mit und das Leibniz Gymnasium hat nach kurzer Anfrage eine Tafel zur Verfügung gestellt. Die Enge der Räume aber bleibt. Für einen geeigneten Klassenraum in Leinefelde, wären die ehrenamtlichen Sprachvermittler sehr dankbar.
Der Trägerinitiative sucht kontinuierlich nach neuen Möglichkeiten die Ehrenamtlichen bei der Sprachvermittlung zu unterstützen. Deshalb haben die Träger das verfügbare Material von unterschiedlichen Verlagen gesichtet. Diese Auswahl hat die pädagogische Mitarbeiterin des Familienzentrums Kerbscher Berg, Daniela Wucherpfennig, an diesem Abend vorgestellt. Die Ehrenamtlichen konnten ihre Bedarfe an weiterführendem Material in Bestelllisten eintragen.
Die größte Herausforderung sei aber das unterschiedliche Sprachniveau der Lernenden, berichteten die Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Kursangeboten. Die Bandbreite reicht von Menschen ohne Kenntnisse von Sprache in Wort und Schrift, bis hin zu Flüchtlingen, die schon etwas länger in Deutschland leben und gute Basiskenntnisse mitbringen. Sie versuchen die Teilnehmer in verschiedene Gruppen aufzuteilen, um allen (jeden) gerecht zu werden und die Chance zu geben, ihre Sprachkenntnisse zu erweitern.
Auch der Landrat berichtete von seinen Erfahrungen in der Flüchtlingskrise. Als er aus seinen Sommerurlaub zurückgekommen ist, gab es plötzlich um die 150 Flüchtlinge mehr im Landkreis. Ihre Versorgung und Unterbringung habe ihm mehrere schlaflose Nächte bereitet. Er ist froh und stolz darauf, dass im Landkreis Eichsfeld kein Flüchtling in Turnhallen oder Zelten schlafen muss. Er warb auch um Verständnis für seine Position. Als Landrat ist er in vielen Bereichen tätig und fühle sich in der Flüchtlingskrise ähnlich wie die Ehrenamtlichen manchmal wie das letzte Glied einer Kette, auf das die Probleme abgewälzt werden. Für viele Herausforderungen vor denen der Landkreis steht, gebe eine keine Patentrezepte. Lösungen müssen wie bei den ehrenamtlichen Sprachmittlern erst gesucht und ausprobiert werden.
Nicht immer waren die Ehrenamtlichen und der Landrat einer Meinung, jedoch bekam jeder Einblicke in die Tätigkeit des Anderen. Regionalbischof Propst Dr. Stawenow unterstrich, dass die Arbeit der Ehrenamtlichen mit den Flüchtlingen ein Symbol christlicher Nächstenliebe ist. Desweiteren ermutigte er alle ehrenamtlich Tätigen ihre positiven Erfahrungen mit den Hilfesuchenden weiter zu sagen.
(Dieses) Engagement hilft, einen Beitrag zu leisten und die bestehenden Ängste in der Bevölkerung zu zerstreuen. Ein Ehrenamtlicher, der sich in der Gemeinschaftsunterkunft Bodenstein engagiert, berichtete zustimmend aus seinen Erfahrungen. Die Widerstände im Ort gegen die Flüchtlingsunterkunft waren groß. Doch mit dem ersten Kontakten haben sich die Befürchtungen der Anwohner meist aufgelöst.
Mittlerweile gibt es gemeinsame Unternehmungen, die helfen, im guten Miteinander zu leben.
Am Ende der lebhaften und aufschlussreichen Gesprächsrunde, die vom Beauftragten für Flüchtlingsarbeit des Kirchenkreises Mühlhausen, Herr Dieter Fuchs, moderiert wurde, fanden Landrat Dr. Henning und Propst Dr. Stawenow Worte höchster Anerkennung für das Engagement der Ehrenamtlichen im Eichsfeld. Ohne eine solche Arbeit werden auch zukünftige Integrationsbemühungen nur schwer gelingen.
Autor: enOrganisiert werden diese Treffen von der Trägerinitiative aus dem Familienzentrum Kerbscher Berg, der Villa Lampe, dem evangelischem Kirchenkreis Mühlhausen, der Caritas sowie der Diakonie und gefördert werden sie durch das Bundesprogramm Demokratie leben!.
Gestern fand im Jugendzentrum Leinefelde der Villa Lampe ein ganz besonderes Sprachvermittler-Treffen statt. Landrat Dr. Henning und Regionalbischof Propst Dr. Stawenow besuchten die Veranstaltung, um Worte des Dankes an die Ehrenamtlichen zu richten und um einen Einblick in ihre Arbeit zu bekommen.
Landrat Dr. Henning meinte zu Beginn seiner Ausführungen, er habe die Einladung gerne angenommen, um sich zu erkundigen, was die Ehrenamtlichen in ihren Bereichen tun.
Er höre viel Gutes, gerade über Sprachvermittlung.
Mehrere Sprachvermittler und Vermittlerinnen aus unterschiedlichen Orten im Eichsfeld konnten den Gästen und den anderen Ehrenamtlichen ihre Erfahrungen schildern. Eine Lehrerin im Ruhestand berichtete, dass sie sich in den Jahrzenten ihrer Lehrtätigkeit nie hätte vorstellen können, mit einen Team aus drei Sprachvermittlern vor einer Klasse zu stehen.
Heute kann sie sich keine andere Arbeitsweise vorstellen, um die Herausforderungen zu bewältigen. Die Zusammenarbeit im Dreierteam klappe super und bei den drei fremden Frauen hat sich eine Freundschaft entwickelt. Die gemeinsame Aufgabe schweißt zusammen, denn es gab für sie viele Herausforderungen in den letzten vier Monaten, in denen sie Flüchtlinge unterrichten. Zu enge Räume, das Fehlen von passenden Material wie einer Tafel oder genügend Lehrmaterial haben den Ehrenamtlichen zu schaffen gemacht.
Lösungen wurden gefunden. Als Anschauungsmaterial nehmen die Ehrenamtlichen eine Handvoll Prospekte aus Supermärkten mit und das Leibniz Gymnasium hat nach kurzer Anfrage eine Tafel zur Verfügung gestellt. Die Enge der Räume aber bleibt. Für einen geeigneten Klassenraum in Leinefelde, wären die ehrenamtlichen Sprachvermittler sehr dankbar.
Der Trägerinitiative sucht kontinuierlich nach neuen Möglichkeiten die Ehrenamtlichen bei der Sprachvermittlung zu unterstützen. Deshalb haben die Träger das verfügbare Material von unterschiedlichen Verlagen gesichtet. Diese Auswahl hat die pädagogische Mitarbeiterin des Familienzentrums Kerbscher Berg, Daniela Wucherpfennig, an diesem Abend vorgestellt. Die Ehrenamtlichen konnten ihre Bedarfe an weiterführendem Material in Bestelllisten eintragen.
Die größte Herausforderung sei aber das unterschiedliche Sprachniveau der Lernenden, berichteten die Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Kursangeboten. Die Bandbreite reicht von Menschen ohne Kenntnisse von Sprache in Wort und Schrift, bis hin zu Flüchtlingen, die schon etwas länger in Deutschland leben und gute Basiskenntnisse mitbringen. Sie versuchen die Teilnehmer in verschiedene Gruppen aufzuteilen, um allen (jeden) gerecht zu werden und die Chance zu geben, ihre Sprachkenntnisse zu erweitern.
Auch der Landrat berichtete von seinen Erfahrungen in der Flüchtlingskrise. Als er aus seinen Sommerurlaub zurückgekommen ist, gab es plötzlich um die 150 Flüchtlinge mehr im Landkreis. Ihre Versorgung und Unterbringung habe ihm mehrere schlaflose Nächte bereitet. Er ist froh und stolz darauf, dass im Landkreis Eichsfeld kein Flüchtling in Turnhallen oder Zelten schlafen muss. Er warb auch um Verständnis für seine Position. Als Landrat ist er in vielen Bereichen tätig und fühle sich in der Flüchtlingskrise ähnlich wie die Ehrenamtlichen manchmal wie das letzte Glied einer Kette, auf das die Probleme abgewälzt werden. Für viele Herausforderungen vor denen der Landkreis steht, gebe eine keine Patentrezepte. Lösungen müssen wie bei den ehrenamtlichen Sprachmittlern erst gesucht und ausprobiert werden.
Nicht immer waren die Ehrenamtlichen und der Landrat einer Meinung, jedoch bekam jeder Einblicke in die Tätigkeit des Anderen. Regionalbischof Propst Dr. Stawenow unterstrich, dass die Arbeit der Ehrenamtlichen mit den Flüchtlingen ein Symbol christlicher Nächstenliebe ist. Desweiteren ermutigte er alle ehrenamtlich Tätigen ihre positiven Erfahrungen mit den Hilfesuchenden weiter zu sagen.
(Dieses) Engagement hilft, einen Beitrag zu leisten und die bestehenden Ängste in der Bevölkerung zu zerstreuen. Ein Ehrenamtlicher, der sich in der Gemeinschaftsunterkunft Bodenstein engagiert, berichtete zustimmend aus seinen Erfahrungen. Die Widerstände im Ort gegen die Flüchtlingsunterkunft waren groß. Doch mit dem ersten Kontakten haben sich die Befürchtungen der Anwohner meist aufgelöst.
Mittlerweile gibt es gemeinsame Unternehmungen, die helfen, im guten Miteinander zu leben.
Am Ende der lebhaften und aufschlussreichen Gesprächsrunde, die vom Beauftragten für Flüchtlingsarbeit des Kirchenkreises Mühlhausen, Herr Dieter Fuchs, moderiert wurde, fanden Landrat Dr. Henning und Propst Dr. Stawenow Worte höchster Anerkennung für das Engagement der Ehrenamtlichen im Eichsfeld. Ohne eine solche Arbeit werden auch zukünftige Integrationsbemühungen nur schwer gelingen.

