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Do, 09:58 Uhr
02.06.2016
Schulprojekt der Regelschule Worbis

„Wege zur Freiheit“

„Was ist Freiheit? „Was ist Grenze?“ – dieser Frage gingen die Schülerinnen und Schüler der Regelschule Worbis während ihrer Projekttage im vergangenen Monat im Grenzlandmuseum nach.....

Zeitzeugengespräch (Foto: Iris Pfaff) Zeitzeugengespräch (Foto: Iris Pfaff)

Ziel war es, den Blick in die Vergangenheit zu richten, um zu erinnern und Fehler für die Zukunft zu vermeiden. Im Mittelpunkt stand die Erinnerung an den Mauerbau, die Perfektionierung der Abschottung und deren Folgen sowie die Grenzöffnung im europäischen Rahmen. Um ein authentisches Bild zu vermitteln, wurden ein regionaler historischer Ort – das Grenzlandmuseum Teistungen - und Zeitzeugen einbezogen.

Als Verantwortliche für die Planung, Durchführung und Reflexion zeichneten sich die Lehrer der Regelschule Worbis (Iris Pfaff, Andrea Hebestreit, Beate Trautmann mit Zustimmung durch den Schulleiter) und in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Grenzlandmuseums Teistungen (Ben Thustek, Konstanze Erben). Als Zeitzeugen waren der Autor Klaus von Keussler, Ulrich-Günter Cichonczyk und Siegrober Grommek aus Berlin zur inhaltlichen Gestaltung vor Ort.

Museumskoffer (Foto: Iris Pfaff) Museumskoffer (Foto: Iris Pfaff)


Am ersten Tag erschlossen sich die Schüler in kleinen Gruppen das Grenzlandmuseum mit Hilfe des Museumskoffers, erfuhren Details zur Errichtung und Perfektionierung der innerdeutschen Grenze und demonstrierten in der Arbeitsphase ihre Kreativität. Ausgehend von den Aufgabenstellungen wurden Produkte erarbeitet, die dann in der Abschlusspräsentation Einzug finden werden: literarische Texte, Rollenspiele, Fotos, Monologe sowie die Möglichkeit, im Blog Eindrücke der Erlebnisse zu posten. Im Zeitzeugengespräch mit Cichonczyk und Grommek, vorbereitet von einer Schülergruppe, wurde die Sicht aus West-Berlin in Bezug auf den Mauerbau erörtert.

Buchlesung (Foto: Iris Pfaff) Buchlesung (Foto: Iris Pfaff)


Höhepunkt dieses ereignis- und arbeitsreichen Tages bildet die öffentliche Buchlesung „Fluchthelfer“ mit Klaus von Keussler, die ca. 50 Besucher erlebten. Auf vielfältige Art und Weise versuchten er und seine Kommilitonen einen „Durchschlupf“ in den Westen, in die Freiheit zu organisieren, sagte von Keussler. Beispielhaft nannte er die Kanalisationsfluchten, die Manipulation mit Dokumenten, die Flucht mit einem Stahlsein, welches von Haus zu Haus über die Mauer gespannt wurde.

Aber alle Aktionen konnten nur 1-2 Personen in den Westen bringen und man suchte nach Alternativen und fand sie: unterirdisch. Der bekannteste Bau war wohl der „Tunnel 57“, deshalb 57, weil 57 Personen im Oktober 1965 den Weg nach Westberlin fanden. Anschaulich und lebendig berichtet er von den Strapazen beim Bau des engen Tunnels, der Feuchtigkeit, den körperlichen Schmerzen und der Angst, entdeckt zu werden.

Am zweiten Tag stand die Grenzöffnung im Fokus. Eine Gruppe beschäftigte sich mit dem ersten Riss im Eisernen Vorhang, d.h. mit den Ereignissen in Sopron (Ungarn) im August 1989 und zeigte die europäische Dimension der friedlichen Revolution auf. Die zweite Gruppe listete die Ereignisse im Eichsfeld auf und Gruppe drei nahm den geographisch-biologischen Blickwinkel ein – das „Grüne Band“, auch hier im europäischen Rahmen.

Kreativ (Foto: Iris Pfaff) Kreativ (Foto: Iris Pfaff)


Abschließend wurde eine Vielzahl von Ergebnissen präsentiert, die dann zur Abschlusspräsentation im Juni in der Sparkasse Worbis zu sehen sind, ebenso wie das Video, welches das Gesamtprojekt dokumentiert.
Das Projekt „Wege zur Freiheit“ wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Autor: en

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