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So, 08:12 Uhr
05.03.2017
Bischof Ulrich Neymeyr schreibt Hirtenbrief zur Fastenzeit

„Nach richtig und falsch fragen“

Mit Blick auf die Bundestagswahl in diesem Jahr ruft der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr dazu auf, „sich nicht von Stimmungen verführen zu lassen, sondern nach richtig und falsch zu fragen und komplexe Sachverhalte differenziert wahrzunehmen“....

Der Wahlkampf werde zeigen, „ob wir tatsächlich in postfaktischen Zeiten leben“, schreibt der Bischof in seinem Fastenhirtenbrief, der am ersten Fastensonntag (5. März) in allen Heiligen Messen im Bistum Erfurt vorgelesen wird.

Der Begriff „postfaktisch“ besage, in einer Zeit zu leben, „in der nicht Fakten interessieren, sondern Stimmungen, unabhängig davon, ob sie tatsächlich wahr sind oder nicht“. In der Fastenzeit könne die gesellschaftliche Diskussion über Wahrheiten und Fakten Anlass zu einer Gewissenserforschung bieten.

Neymeyr verweist auf das 8. Gebot: „Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.“ Dieses Gebot sei mehr als die Aufforderung, nicht zu lügen. „Es umfasst auch das ständige Bemühen, wahrhaftig zu reden“, betont der Bischof.

Manchmal sei es „erschütternd, wie schnell unwahre Gerüchte die Runde machen, ohne dass jemand überprüft, ob es auch stimmt, was erzählt wird“. Doch beziehe sich Wahrhaftigkeit nicht nur darauf, was ein Mensch sagt, sondern auch auf das, was er tut. „Ein wahrhaftiger Mensch hält seine Versprechen ein. Was er zugesagt hat, macht er auch. Er lebt entsprechend dem, was er sagt und wovon er überzeugt ist. Und er verwirklicht seine Vorsätze“, unterstreicht der Bischof in seinem Hirtenbrief.

Stichwort: „Hirtenbrief“
Der Hirtenbrief ist das Schreiben eines Bischofs an die Gemeinden bzw. Gläubigen seines Bistums. Darin äußert sich der Bischof als Leiter des Bistums und oberster Priester zu Problemen der Zeit, zu theologischen oder seelsorglichen Fragen. Die Briefe werden in der Regel im sonntäglichen Gottesdienst verlesen.

Ihr frühestes Vorbild haben die Hirtenbriefe in den Apostelbriefen im Neuen Testament. Mit ihren Schreiben haben die Apostel den Kontakt zu den Gemeinden gehalten, das Gemeindeleben geordnet sowie Streitigkeiten und theologische Grundsatzfragen geklärt.

Auf dieser Linie liegen auch die Hirtenbriefe heutiger Zeit.
Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts ist es in deutschen Bistümern üblich, zu Beginn der Fastenzeit einen Hirtenbrief an die Gemeinden zu schreiben.
Autor: en

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