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Sa, 07:12 Uhr
01.05.2021
ADAC-Tipps

Elektroauto gebraucht kaufen

Der Elektroautomarkt boomt und damit wächst die Nachfrage nach gebrauchten Stromern. Dieser Markt ist noch jung und wichtige Erfahrungswerte fehlen. Der ADAC hat Informationen zusammengestellt, die beim Kauf eines gebrauchten E-Fahrzeugs unbedingt zu beachten sind...

Entscheidend sind das eigene Nutzungsprofil sowie Reichweite und Ladetechnologie des künftigen Pkw. Wird das E-Auto hauptsächlich zum Pendeln benötigt, sollte die Reichweite mindestens die einfache Distanz zwischen Heim und Arbeitsplatz plus einen Sicherheitspuffer umfassen - vorausgesetzt, es gibt eine Lademöglichkeit am Arbeitsplatz. Wichtig: Die tatsächliche Reichweite ist meist deutlich niedriger als vom Hersteller angegeben.

Der ADAC ermittelt in seinem Ecotest regelmäßig die realen Reichweiten von Elektrofahrzeugen und hat durchschnittlich 20 Prozent Abweichung zum WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test) bzw. 40 Prozent Abweichung zum NEFZ (Neuen Europäischen Fahrzyklus) festgestellt. Auch nimmt die Reichweite parallel zur Anzahl der Ladezyklen und zum Alter der Batterie ab. Zusätzlich muss man einen Puffer von 10 bis 30 Prozent einkalkulieren, abhängig von Fahrverhalten, Außentemperatur und Nutzung der Heizung, Klimaanlage etc. Das bedeutet: Aus 200 km NEFZ-Reichweitenangabe können im Extremfall weniger als 100 km tatsächliche Reichweite werden.

Überschreiten regelmäßige Touren die Fahrzeugreichweite, ist eine Schnellladefunktion (DC/Direct Current, Gleichstrom) sinnvoll. Hier rät der ADAC zum CCS (Combined Charging System)-Ladesystem, das sich langfristig durchsetzen wird. Beim Laden an Wechselstrom (AC/Alternating Current) ist der Typ2-Stecker europaweit Standard. Ältere Stromer mit Typ1-Steckanschluss können jedoch mit einem Adapterkabel an öffentlichen Ladestationen aufgeladen werden.

Da die Antriebsbatterie beim E-Auto das teuerste und verschleißträchtigste Bauteil ist, sollten Käufer hierauf besonders achten und beispielsweise gültige Garantieregeln klären. Die meisten Hersteller geben Garantie über acht Jahre oder 100.000 bis 200.000 km Laufleistung. Ein Garantiefall liegt dann vor, wenn die Kapazität eine vom Hersteller definierte Grenze unterschreitet – meistens liegt diese bei 70 Prozent Restkapazität. Deshalb: Serviceheft und Prüfprotokolle der Werkstatt vom Verkäufer verlangen!

Unerlässlich ist auch eine Probefahrt mit dem Wunschauto. Für einen Reichweitentest sollte das Fahrzeug vollgeladen und der Bordrechner auf null gestellt sein. Das jeweilige Fahrprofil – sportlich oder zurückhaltend – gibt dann realistisch Auskunft: Wurde beispielsweise für 50 km die halbe Ladung verbraucht, sind bei voller Batterie auch nur etwa 100 km zu erwarten, selbst wenn das Fahrzeug 130 km oder mehr Reichweite anzeigt.
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Kommentare

01.05.2021, 22.25 Uhr
Honsteiner | gebrauchte Elektroautos oder Elektroschrott
Sorry aber gebrauchte Elektroautos ist doch Elektroschrott. Nimmt den eigentlich auch die Lebenshilfe an?
Denkt an die Umwelt und fahrt eure alten lange weiter, nur so spart man und hilft der Umwelt.

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02.05.2021, 09.13 Uhr
Halssteckenbleib | Ob sowas die Lebenshilfe
überhaupt annimmt...Kriegt man zu einen gebrauchten Elektrowagen wenigstens ein fabrikneuen Accupack dazu? Ist ja die Schwachstelle an diesen Teil.Oder muß wie mit jeden anderen Akkugerät dann das ganze Auto weggeschmissen werden?Bestimmt ist das so wie bei Kleingeräte. Oder der Austausch ist dann mal wieder teurer als das gesamte Auto mit Batterie. So wie bei Drucker wo die Tinte mehr kostet als ein neuer Drucker mit Tinte.Ich werd wohl besser meinen Luxuswagen Fiat Panda weiter fahren.....

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02.05.2021, 11.10 Uhr
grobschmied56 | Der Elektroautomarkt...
... boomt? Mir scheint eher er wird mit reichlich Steuerknete gepusht! Bis zu 9000 €, hab ich mal gelesen. Mit solchen Subventionen kann man so ziemlich alles verkaufen, selbst Eselskarren und zweitaktgetriebene Duroplast-Autos.

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02.05.2021, 12.03 Uhr
Örzi | 20% bis 40 % Abweichung
Die Reichweiten-Angaben der Hersteller sind offensichtlich reine Fantasieprodukte. Diese Differenzen sind doch ein viel höherer Betrug als die Abgasschummelei beim Dieselmotor.
Warum wird da nicht auch so rigoros vorgegangen? Strafen verhangen, Fahrverbote erteilt, Manager verhaftet? Wieso wird das mit Prämien belohnt? Der nicht angegebene Stromverbrauch ist doch erheblich und bei steigender e-Mobilität der zusätzliche Bedarf noch gar nicht abzuschätzen. Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und fff scheinen da gezielt wegzuschauen.

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02.05.2021, 14.21 Uhr
Kobold2 | och nun aber
die verbrauchswerte bei den Verbrennern, sind doch auch nicht glaubwürdiger.

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04.05.2021, 16.06 Uhr
grobschmied56 | Verbrauchswerte...
... sind öfters mal 'getunt' - richtig bemerkt! Gibt aber auch lobenswerte Ausnahmen. Konnte ich vor einigen Jahren bei einem erfreulich realistischen Test in einer bekannten Auto-Magazinsendung verfolgen. Dort wurden einige beliebte Kleinwagen von namhaften Herstellern ins 'Rennen' geschickt. Unter anderem 'Smart', 'Mini' und 'Polo Blue Motion. Strecke mit Drittelmix Autobahn, Ortsverkehr, Landstraße. Aufgabe: Teststrecke in normaler, regelkonformer Fahrweise abspulen. Dazu bekam jedes Fahrzeug genau so viel Treibstoff in den Tank, wie als 'Normverbrauch' vom Hersteller angegeben war. Sieger war also das Fahrzeug, welches die weiteste Strecke zurücklegt und dessen Hersteller somit am wenigsten 'gemogelt' hatte. Smart, Fiat und ein Rumäne blieben bei 84 bis 92 Km stehen. Der Mini legte mit 101 Km fast eine Punktlandung hin. Bester im Test war der Polo Blue Motion, der mit seinen 3,7 L/100 km tatsächlich 104 km schaffte.
Wie gesagt, die Normverbrauchswerte der getesteten Fahrzeuge waren recht unterschiedlich, aber es ging eben darum, wer möglichst wenig davon abweicht.
Ich denke mal, das wird bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen ganz ähnlich sein. Schwarze Schafe und statistische Ausreißer gibt es überall.
Bei gebrauchten Batteriefahrzeugen kommt hinzu, daß mit den Jahren durch die Alterung des Akkus die Selbstentladung einen erhöhten Verbrauch bewirken kann.

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