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So, 10:43 Uhr
09.05.2021
Holz, Stahl und Kunststoff

Rohstoffknappheit alarmierend für den Mittelstand

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sieht durch eine zunehmende Rohstoffknappheit Unternehmen und Arbeitsplätze bedroht zudem werde der schnelle wirtschaftliche Aufschwung nach der Corona-Krise in Teilen der deutschen Wirtschaft, insbesondere im Mittelstand, gefährdet...

Er wolle das Thema deshalb auf die Agenda der nächsten Wirtschaftsministerkonferenz am kommenden Mittwoch setzen, kündigte Tiefensee an. Zugleich werde er sich im Vorfeld in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wenden, um auf das Problem aufmerksam zu machen. „Bei Holz, Kunststoffen, Baumaterial, aber auch Stahl bekomme ich aus dem Handwerk, aber auch aus der Automobilindustrie immer mehr Hilferufe wegen der Lieferengpässe und sprunghaft ansteigender Preise“, sagte der Minister. Diese Hilferufe müsse die Politik ernstnehmen auch wenn es sich um ein globales Problem handele, dass sich nicht von einem einzelnen Bundesland wie Thüringen aus lösen lasse. „Aber als Länder stehen wir bereit, um gemeinsam mit dem Bund und der EU geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln.“

Ursachen für die derzeitige Rohstoffknappheit sieht der Thüringer Wirtschaftsminister vor allem in reduzierten Produktions-, aber auch Transportkapazitäten weltweit infolge der Corona-Krise sowie der deutlich erhöhten Nachfrage aus China und den USA im Zusammenhang mit nie dagewesenen Preissprüngen. „Die sprunghaft gestiegenene Nachfrage in den USA bei gleichzeitig deutlich höheren Margen für die Produzenten lassen den Export über Gebühr wachsen und fegen den europäischen Markt leer.“

Zudem hätten Holz-, Stahl- und Kunststoffproduzenten die schnelle Erholung der Weltwirtschaft so nicht vorhergesehen und könnten jetzt nicht mit dem Bedarf Schritt halten, so Tiefensee. Lieferzeiten hätten sich teilweise verdoppelt oder sogar verdreifacht, die Preissteigerungen etwa bei Stahl lagen im ersten Quartal (je nach Stahlart) bei mehr als 30 Prozent, Holzpreise weisen mindestens eine Verdopplung auf. Auch wenn er davon ausgehe, dass ein zügiges Hochfahren der Anlagen die momentane Situation etwas entspannen könnte, drohe die EU in dem momentanen Wettlauf um Rohstoffe abgehängt zu werden eine Entspannung sei ohne ein beherztes Gegensteuern kurz- und mittelfristig nicht in Sicht. Das führe bereits jetzt in einzelnen Bereichen zu Preissteigerungen, die oftmals nicht dem Kunden weitergegeben werden können, zu Bauverzögerungen und Produktionsstillstand. „In letzter Konsequenz können Betriebe Aufträge nicht abarbeiten, Lieferfristen nicht einhalten und müssen drastische Umsatzeinbußen hinnehmen. Das gefährdet Unternehmen und Arbeitsplätze.“

Lösungsansätze sieht der Minister u.a. in einer schnellen Ausweitung der Stahl- und Kunststoffproduktion, der Sägewerkskapazitäten und in der Erschließung von Recycling- oder alternativen Rohstoffen. Allerdings könne es sein, dass man als Ultima Ratio auch temporäre Exportbeschränkungen durch die EU in Erwägung ziehen müsse, so Tiefensee: „Wenn wichtige Rohstoffe hier benötigt werden, dann müssen wir dafür sorgen, dass sie auch hier verfügbar sind.“
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