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Fr, 11:54 Uhr
15.10.2021
Hörspiel zu einer tödlichen Flucht aus der DDR

Ich geh dort kaputt

Am kommenden Dienstag lädt das Grenzlandmuseum Eichsfeld herzlich zur Premiere des Hörspiels: „Ich geh dort kaputt“. Darin geht es um die tödliche Flucht des NVA-Soldaten André Rößler 1976 bei Teistungen...

„Ich geh dort kaputt“, sagt der 19-jährige André Rößler aus Hohndorf (Sachsen) seiner Mutter beim Abschied. Im Mai 1976 wird er zur Nationalen Volksarmee eingezogen. „Tausende gehen zur Armee und kommen wieder“, antwortet die Mutter.

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Nach vier Monaten Drill und Schikanen bekommt André Rößler, Ladeschütze im Regiment Mühlhausen (Thüringen), am 4. September 1976 zum ersten Mal Ausgang. Er flüchtet. Kurz vor Mitternacht erreicht der junge Mann die DDR-Grenze unmittelbar neben dem innerdeutschen Grenzübergang Duderstadt/Worbis. Er versucht, die Selbstschussanlage am letzten Grenzzaun zu überwinden. Zwei Splitterminen verletzen ihn tödlich.

„Sie haben einen Vaterlandsverräter erzogen“, sagt man der Mutter im anschließenden Stasi-Verhör. Im Ministerium für Staatssicherheit befürchtet man, „daß die Weltöffentlichkeit von diesem Vorkommnis Kenntnis erlangt“ und beschließt: „Wir müssen die Eltern in den Griff bekommen sie müssen sich einverstanden erklären, daß der Sarg geschlossen bleibt.“

Der Schriftsteller und Journalist Roman Grafe hat diese Geschichte nun in einem Hörstück erstmals ausführlich dokumentiert. Es gelang ihm, für diese Produktion ein Star-Ensemble zusammenzubringen: Angela Winkler (Berliner Ensemble), Martin Reinke (Burgtheater Wien), Jörg Ratjen (u. a. Schauspielhaus Hamburg), Philipp Schepmann (ARD), Max Schimmelpfennig (ZDF) sowie den Dichter und Sänger Max Prosa.

Roman Grafe ist u. a. Autor des Standardwerkes „Die Grenze durch Deutschland“, das 2002 im Siedler-Verlag erschienen ist.

Die Geschäftsführerin des Grenzlandmuseum Eichsfeld Mira Keune ist überzeugt, dass Roman Grafe mit dieser besonderen und sensiblen Hörgeschichte auch ein wichtiges Angebot für das Grenzlandmuseum Eichsfeld geschaffen hat. Die Hörgeschichte kann zukünftig im Museum erstanden werden. Sie wird aber auch bei Museumsangeboten wie Führungen und Gedenkwanderungen eingesetzt, die den Fluchtort von André Rößler, der nur wenige Meter entfernt vom Museum liegt, einbinden.

Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr. Zur weiteren Eindämmung von Covid-19 und zur Sicherheit aller gelten weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln sowie für die Teilnahme an der Veranstaltung die 3-G-Regel. Um Anmeldung wird gebeten (telefonisch unter: 036071 97112 oder per Mail unter bildungstaette@grenzlandmuseum.de). Über alle Corona-Bestimmungen informieren wir rechtzeitig über die Homepage www.grenzlandmuseum.de.
Autor: red

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