eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 09:36 Uhr
09.09.2022
ifo Institut:

Erhöhung des Mindestlohns lässt Preise steigen

Die Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Oktober bringt viele Unternehmen dazu, ihre Preise zu erhöhen. Das ist ein Ergebnis der ifo Konjunkturumfrage...

Sie betrifft Unternehmen in fast allen Wirtschaftszweigen. 30,7 Prozent der teilnehmenden Firmen beschäftigen Mitarbeiter für weniger als 12 Euro pro Stunde. 58,3 Prozent planen als Reaktion, ihre Preise hochzusetzen. „Das dürfte die ohnehin schon große Inflation weiter antreiben“, sagt ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link. Die Regierung erhöht den Mindestlohn zum 1. Oktober von 10,45 auf 12 Euro pro Stunde.

Grafik Befragung (Foto: ifo) Grafik Befragung (Foto: ifo)

Damit sind Preiserhöhungen die am häufigsten genannte Folge. Nur 12,7 Prozent der betroffenen Unternehmen planen aufgrund der Erhöhung Stellen abzubauen. 82,7 Prozent wollen die Zahl der Beschäftigten gleich halten, und 5,1 Prozent möchten sie sogar erhöhen.

Die durchschnittliche Arbeitszeit der Beschäftigten wollen 18,3 Prozent der betroffenen Unternehmen verringern, 17,6 Prozent denken über Kürzungen bei zusätzlichen Lohnbestandteilen wie Sonderzahlungen, Boni und geldwerten Vorteilen nach. Außerdem wollen die betroffenen Unternehmen ihre Investitionen sowie Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen eher zurückschrauben (21,3 Prozent und 11,1 Prozent) als ausbauen (4,7 Prozent und 5,0 Prozent). „Die große Mehrheit der betroffenen Unternehmen plant demnach nicht, die teurer gewordenen Arbeitskräfte durch Kapital zu ersetzen oder in das Wissen der Beschäftigten zu investieren, um deren Produktivität zu steigern“, sagt Link.

Anzeige symplr (1)
Viele Befragte vermuten, dass sich ihre Einkaufspreise in Folge der Mindestlohnanhebung erhöhen werden. Von den direkt betroffenen Unternehmen erwartet dies knapp die Hälfte (49,4 Prozent), unter den nicht direkt betroffenen Unternehmen beläuft sich dieser Anteil auf 29 Prozent. Ferner rechnen 52,8 Prozent mit schrumpfenden Gewinnen, 32,4 Prozent mit abnehmender Wettbewerbsfähigkeit, und 23,3 Prozent mit weniger Nachfrage als Folge der Mindestlohnerhöhung.

Wie stark die Unternehmen von der Anhebung des Mindestlohnes betroffen sind, unterscheidet sich stark nach Regionen. In Westdeutschland beschäftigen bisher 29,1 Prozent der teilnehmenden Unternehmen zu weniger als 12 Euro pro Stunde, im Osten jedoch 39,9 Prozent. Unterschiede gibt es auch zwischen den Branchen: In der Gastronomie sind 78,0 Prozent der befragten Firmen betroffen, im Beherbergungssektor 65,1 Prozent der Betriebe. In der Zeitarbeit bezahlen derzeit 63,5 Prozent der Firmen unter dem neuen Mindestlohn, im Landverkehr 46,7. Überdurchschnittlich betroffen sind auch der Einzelhandel mit 57,9 Prozent, die Textilindustrie mit 71,9 Prozent und die Nahrungs- und Genussmittelindustrie mit 61,4 Prozent der Unternehmen.

Zur Anhebung des Mindestlohnes und den geplanten Reaktionen der Unternehmen darauf stellte das ifo im Juni 2022 Sonderfragen in den Konjunkturumfragen. Sie wurden von 6 900 Unternehmen beantwortet.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
A.kriecher
09.09.2022, 10:06 Uhr
Logische Konsequenz
Schon mal gemerkt? Trotz Erhöhung der Löhne, der kleinen Leute, haben die trotzdem nicht mehr. Eigentlich müsste jeder mal langsam dahinter kommen, warum das so ist.
Naja, egal, schönes Leben noch. Ist eh zu kurz, das Leben, um was zu ändern.
Lautaro
09.09.2022, 11:01 Uhr
Mindestlohn ?
Ja ! Denn von seiner Arbeit sollte man eben auch leben können.
Eine wunderschöne kluge Frau aus SGH verwirrte mich mit ihrer Aussage, daß der Mindestlohn ihre Friseurkosten nach oben treibt und sie ihn deshalb ablehnt.
Sie selbst war vor der Übernahme in den öffentlichen Dienst selbst in einer prekären Lage (hartz4)
Das sagt doch einiges über unsere Gesellschaft aus. Wenn ich Kollegen und Freunde über DIE Hartzer ablästern höre, kommt mir eine schneeweisse Wurst....
Keiner von denen hat jemals diese Hürden und Demütigungen erfahren, wie ein Hartzer, der einfach nur zu einem Lohn arbeiten möchte, der ihm ein normales Leben ermöglicht.
Und das geht nun mal nur über den Mindestlohn !
Kama99
09.09.2022, 11:25 Uhr
Wenn die Preise steigen, ...
wird halt wieder für höhere Löhne gestreikt. Dann steigen die Preise weiter und es wird wieder für höhere Löhne gestreikt. Das ist ein Fass ohne Boden.
Leser X
09.09.2022, 14:57 Uhr
Und was, wenn es umgekehrt ist?
Vielleicht muss ja auch der Mindestlohn steigen, weil die Preise steigen?
geloescht.20250302
09.09.2022, 15:29 Uhr
Leser X!
Kama99 hat das schon richtig erkannt.

Durch die unsäglichen staatlich verordneten Ankoppelungen an Löhne und Preisentwicklungen müssten auch Renten, H4 und Grundsicherungen (Sozialhilfe, Asylbewerberleistungen) gesetzmäßig steigen.

Und diese ganzen Verknüpfungen wären wirklich ein Fass ohne Boden.

Die gute Idee der Leiharbeiterschaft wurde unter gütiger Tolerierung der Politik jedweder Farbkombination der Pervertierung zum Billiglohnsektor preisgegeben.

Und nun jammern diese Arbeitgeber-Haie, die sich davon jahrzehntelang gesundstiessen, über den Mindestlohn?
Strandläufer
09.09.2022, 16:10 Uhr
Preiserhöhung nach Steigerung des Mindestlohnes
Fein.
Irgendwie bleibt der Mittelstand immer der Gelackmeierte. Die Löhne steigen nicht automatisch. Harz IV/Bürgergeld wird angehoben, Kindergeld, Mindestlohn...alles prima nur wird die Spanne zu Facharbeitern immer kleiner (ja auch Facharbeiter müssen z.T.für den Mindestlohn arbeiten). Es braucht sich keiner zu wundern, wenn die Leute die überall nur geschröpft werden, bei gleichbleibendem Lohn, nicht mehr arbeiten gehen, weil sie unterm Strich- incl.Freizeit und Kostenübernahme+Freistellung der GEZ Zwangsgebühr -besser da stehen. Wir können nicht im Winter die Strasse mit beheizen, jeden Tag baden und das Licht brennen lassen. In einschlägigen Wohnvierteln kann man gut erkennen wo das Amt übernimmt. Ich bin nicht neidisch, weil ich immer lieber arbeiten gehe, aber Arbeit muss sich lohnen und nicht das man am Ende draufzahlt: mit Geld, den Ersparnissen und der Gesundheit. Wer bekommt denn viele Kinder? Die die beruflich was reissen wollen, die studiert haben eher nicht. Ab 3 soll es sich ja bekanntlich rechnen. Ich frag mal meine Frau.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)