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Fr, 08:00 Uhr
03.04.2026
ARD-Deutschlandtrend:

Geringes Vertrauen in schwarz-roten Reformkurs

Die Debatte zur Modernisierung der Sozialsysteme und des Wirtschaftsstandorts hat mit den Vorschlägen des SPD-Vizekanzlers und der Expertenkommission der CDU-Bundesgesundheitsministerin neuerlich Fahrt aufgenommen. Jedoch bleibt bislang das grundsätzliche Vertrauen in die Bundesregierung, die Sozialsysteme zukunftssicher zu machen und die Wirtschaft auf einen Wachstumspfad zurückzubringen, bis in die Reihen des Regierungslagers gering. Gleichzeitig stoßen viele Vorschläge in der Bevölkerung auf deutlichen Widerspruch...

Grafik  (Foto: infratest dimap, im Auftrag der ARD) Grafik (Foto: infratest dimap, im Auftrag der ARD)
Korrespondierend mit einer mehrheitlich kritischen Bewertung der persönlichen Steuer- und Abgabenbelastung finden steuerliche Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommensgruppen bei gleichzeitiger Anhebung der Einkommenssteuer auf hohe Einkommen breite Zustimmung. Eine Abschaffung des Ehegattensplittings wird dagegen von den Bundesbürgern deutlich abgelehnt, noch mehr aber eine pauschale Anhebung der Mehrwertsteuer.

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Eine beschleunigte Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zur schnelleren Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt wird mehrheitlich unterstützt, nicht jedoch eine Verlängerung von Beschäftigungsbefristungen. Von den zu Wochenbeginn von der Warken-Kommission gemachten Vorschlägen zur gesetzlichen Krankenversicherung findet eine stärkere Besteuerung von Alkohol, Tabak und Softdrinks mehrheitlich Unterstützung. Höhere Zuzahlungen für Medikamente und Behandlungen werden von den Bundesbürgern jedoch ebenso deutlich abgelehnt, wie eine Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern oder begrenzte Vergütungen für niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser.

Zufriedenheit mit Koalition fällt auf Rekordtief
Die Zufriedenheit mit der Arbeit der aktuellen Koalition geht zum Vormonat deutlich zurück und fällt auf den niedrigsten Wert seit Amtsaufnahme im vergangenen Mai. Lediglich jeder Siebte ist momentan zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung, gut vier von fünf üben Kritik. Von den drei Koalitionspartnern überzeugt die CDU die Deutschen zwar mehr als CSU und SPD, allerdings stellt auch der CDU nur ein gutes Fünftel ein positives Zeugnis aus. Während die CDU-Arbeit zumindest in den Unions-Reihen überzeugt, blickt die Mehrheit der SPD-Anhänger kritisch auf die Koalitionsleistungen der eigenen Partei.

Der Popularitätseinbruch der Koalition macht sich in rückläufigen Bewertungen der Koalitionsspitzen und Inhaber zentraler Ressorts bemerkbar. Unions-Kanzler Friedrich Merz (21 Prozent; -8) und SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil (18 Prozent; -15) verlieren deutlich an Vertrauen und sehen sich beide mit dem jeweils niedrigsten Sympathiewert seit ihrem Amtsantritt konfrontiert. Ebenso sichtbar an Zuspruch verliert SPD-Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas. Nur jeder Siebte (15 Prozent; -10) äußert sich zufrieden zu ihrer Arbeit. CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche überzeugt derzeit sogar nur jeden achten Bundesbürger (12 Prozent; -1).

Grafik  (Foto: infratest dimap, im Auftrag der ARD) Grafik (Foto: infratest dimap, im Auftrag der ARD)
Sonntagsfrage: Union und SPD schwächer, Opposition stärker
Die rückläufige Regierungszufriedenheit spiegelt sich in der Sonntagsfrage. CDU/CSU und SPD geben zum Vormonat jeweils 2 Punkte ab. Die Union käme bei einer Bundestagswahl aktuell auf 26 Prozent, die SPD auf 12 Prozent, womit die Sozialdemokraten auf ihr Rekordtief von 2019 zurückfallen. Die AfD legt um 2 Punkte auf 25 Prozent zu, Grüne und Linke verbessern sich um jeweils 1 Punkt auf 14 bzw. 10 Prozent. Andere Parteien blieben bei einem Wahlgang weiter unter der bundesweiten Mandatsschwelle, darunter das BSW und die FDP mit jeweils 3 Prozent.

Skeptischer Blick auf KI
Danach gefragt, welche Auswirkungen Künstliche Intelligenz für das künftige Leben haben wird, erwarten knapp vier von zehn Bundesbürgern Verbesserungen, fast die Hälfte jedoch Verschlechterungen. Zwei Drittel verbinden mit KI große bis sehr große Risiken für bestehende Arbeitsplätze, rund neun von zehn für die sichere Unterscheidung von echten und falschen Nachrichten. Für ebenso viele gehen Risiken von KI-generierten Fotos und Videos und so genannten Deepfakes aus.
Autor: psg

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Kommentare
Fönix
03.04.2026, 12:09 Uhr
Der Berg kreißte und gebar
eine Maus. Die entsprechende "Expertenkommission" hat allein für das Gesundheitswesen auf fast 500 Seiten zusammengestellt, wie das todkranke System mit 66 ausgewählten Maßnahmen weitestgehend zulasten beitragszahlender Arbeitnehmer und arbeitgeberanteilzahlender Arbeitgeber noch möglichst lange in Agonie gehalten werden kann. Die Liste der Grausamkeiten ist lang. Aber die einzige Maßnahme, die wirklich zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme führen könnte, findet in dieses Pamphlet offensichtlich keinen Eingang. Nur mit der Zusammenlegung aller derzeit bestehenden Versorgungssysteme, also gleichermaßen die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung betreffend, in eine Grundversorgung für alle, also wirklich alle Bevölkerungsgruppen könnte der Zusammenbruch noch verhindert werden. Das muss nicht automatisch das Ende der privaten Vorsorge betreffen, im Gegenteil. Mit der sauberen Trennung von beitragsfinanzierter Grundversorgung für alle und zusätzlichen Leistungsansprüchen aus privaten Versicherungen kann sich dann jeder nach eigener Vorstellung sein individuelles Paket zusammenstellen. So wird die Eigenverantwortung gestärkt und solange die Grundversorgung alle wirklich erforderlichen Leistungen einschließt wäre ein solches System, nennen wir es es mal solidarische Bürgerversicherung, mit Sicherheit gerechter, effizienter, stabiler und nachhaltiger als alles, was uns die Politik derzeit anbietet.
Daran, ob die Politik, die handlangernde Beamtengefolgschaft und vielen im Schlepptau mitreisenden NGO's bereit sind, ihre diesbezüglichen derzeitigen Privilegien aufzugeben, werden wir erkennen, ob sie ihrer besonderen gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden können/wollen, oder ob für sie letztendlich doch der persönliche Vorteil über allem steht.
Wie so oft ist alles eine Frage des Charakters und der Moral ...
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