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Sa, 09:15 Uhr
06.06.2026
Ausgesetzte Nachzucht soll Wildforellen vor dem Aussterben bewahren

Klimawandel bedroht Harzer Bachforelle

Schattig-kühle Bäche mit Verstecken unter Steinen und Wurzeln - solche Lebensräume besiedelt die Harzer Bachforelle. Doch der autochthone Wildfisch ist selten geworden. Die kälteliebende Art gilt als eine Verliererin des Klimawandels. Noch vorhandene Restbestände könnten aussterben, weil Gewässer trockenfallen oder die Wasserqualität schlechter wird...

Die Bachforelle reagiert empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt. Verschiedene Akteure aus Sportfischern, Wissenschaftlern und Waldökologen legen Laichfischstamm an und sorgen für Nachzucht aus dem Labor

Bild: Die Harzer Bachforelle droht zu verschwinden
Die Harzer Bachforelle droht zu verschwinden (Foto: Sportfischerverein Lammetal)

Der Verein zum Schutz der aquatischen Biodiversität und Kulturlandschaft (SaBiKu) initiierte vergangenes Jahr eine Rettungsaktion. Ziel des Vereins ist es, die genetischen Ressourcen zu sichern und einen Laichfischstamm aufzubauen. Die nachgezüchteten Harzer Bachforellen sollen dann in geeigneten Gewässern wieder ausgesetzt werden.

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Hier wird die Nachzucht ausgesetzt (Foto: Sportfischerverein Lammetal)

Zum Aufbau eines Laichfischstamms brauchten die Beteiligten Bachforellen aus autochthonen Beständen. Das Erbgut der Fische durfte nicht mit ausgesetzten Bachforellen vermischt sein. Sie wählten fünf verschiedene Gewässer auf Flächen der Niedersächsischen Landesforsten und im Nationalpark Harz aus. Die Bäche Radau, Dammgraben, Kellwasser, Sieber und Oder eigneten sich für Elektrobefischungen von November bis Dezember. Vereinsmitglieder des Sportfischervereins Lammetal und der Fischökologe Fabian Schwarz fingen mit dieser bewährten Technik sehr schonend genügend erwachsene Bachforellen.

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Besatzfische sollen genetische Ressourcen sicherny
"Die gefangenen Fische wurden dann kurzzeitig in Wannen gehältert und bei Laichreife mit sanftem Druck auf die Bauchhöhle gestriffen. Die gleiche Prozedur erfuhren auch die männlichen Fische. So konnte der Rogen gleich vor Ort befruchtet werden", beschreibt Annika Vössing die künstliche Befruchtung. Die Försterin für Waldökologie und Naturschutz vom Forstamt Clausthal betreut das Projekt von Seiten der Landesforsten. Nach kurzer Zeit seien die Forellen dann wieder ins Gewässer zurückgekommen, so die Forstfrau und ergänzt: "Die Eier wurden anschließend in der Fischzuchtanlage Relliehausen der Georg-August-Universität Göttingen erfolgreich erbrütet. Einige der erbrüteten Fische aus der Radau haben wir vor einigen Tagen ausgesetzt. Sie schwimmen jetzt im "Lange Teich" im Forstamt Clausthal. Der lag kürzlich trocken und ist erstmal besatzfrei. Unsere kleinen Bachforellen brauchen vor größeren Raubfischen keine Angst haben. Der Teich war nämlich fischfrei", freut sich die Försterin über die guten Startbedingungen in freier Natur.
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
06.06.2026, 15:10 Uhr
Bachforelle: Erhaltung ist tolle Sache
Derartige Erhaltungsprojekte werden angesichts des gravierenden Artenrückgangs immer dringlicher, sowohl für Wildpflanzen, als auch für Wildtiere. Und zwar weltweit.

Allerdings sollten uns diese Möglichkeiten keinen Trost spenden und suggerieren, dass sich durch die ex-situ-Kulturen bedingt, draußen in der Landschaft nichts zum Positiven ändern müsse.

Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Nur wenn wir die Probleme, die zum Rückgang führen, beseitigen, haben ausgewilderte Tiere und Pflanzen überhaupt eine Chance auf ihr Überleben.

Gelingt uns das nicht, so werden wir immer mehr Arten grundsätzlich verlieren, zumal nur ein winziger Anteil dieser überhaupt kultiviert werden kann.

Und den kleinen Teil, bei dem es gelingt, sähen wir dann nur noch in Zoos und in Botanischen Gärten.
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