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Do, 14:37 Uhr
21.11.2013

nnz-Bücherkiste: Der Horrorkönig schlug zu

Pünktlich in der Vorweihnachtszeit erscheint der neue Stephen-King-Roman "Doctor Sleep", den unser nnz-Rezensent Olaf Schulze gar nicht so neu findet.

„Doctor Sleep“
Stephen King
(Heyne)


king (Foto: verlag) king (Foto: verlag)

Der kleine Danny aus „Shining“ ist erwachsen geworden. Er hat seine Gabe der Hellsichtigkeit noch und das ist gut so, denn er muss sie gegen einen Haufen Monster in Menschengestalt hilfreich anwenden. Das macht er auch. 700 Seiten lang.
Der junge Autor Stephen King , der einst „Christine“ und andere eher einfach gestrickten Horrorromanen schrieb, ist auch erwachsen geworden. Was er uns mit der Dunklen-Turm-Saga oder „Atlantis“ oder auch „Die Arena“ bewiesen hatte. Diesen Beweis bleibt er jetzt in „Doctor Sleep“ leider schuldig. 700 Seiten lang.
Das neue Werk des Meisters bietet nichts Neues. King bedient sich einmal mehr der altbewährten Dramaturgie, die er in den letzten Veröffentlichungen so nicht mehr angewendet hatte: Die Bösen und die Guten bauen sorgsam ihre Lager auf, um am Ende unbarmherzig aufeinander zu prallen, wobei – surprise, surprise! – das Gute den Sieg davonträgt.
„Dr. Sleep“ ist auch eine Reise in Kings Vergangenheit, nicht nur die schriftstellerische. So handelt der „King of Horror“ ganz nebenbei seine Erfahrungen mit den „Anonymen Alkoholikern“ ab, zitiert sich reichlich selbst bis hin zu den Todesfliegen aus „Green Mile“ und bleibt weit hinter den Erwartungen all jener Fans zurück, die gemeinsam mit ihm bereits im 21. Jahrhundert angekommen waren. „Doctor Sleep“ ähnelt mehr den frühen Meisterwerken wie „Es“ oder „The last Stand“ oder „Friedhof der Kuscheltiere“. Aber die gibt es eben schon.
Schade eigentlich. Vielleicht wird dem Autor ja auch bewusst, dass er seinen „Dunklen Turm“ nicht wird toppen können. Das soll keine vernichtende Kritik des Romans sein, eher ist es Enttäuschung über den durchsichtigen plot. Spannend geschrieben ist es natürlich trotzdem . Denn anders kann der Bestsellermacher aus Maine gar nicht.

OLAF SCHULZE
Autor: nnz

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