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Di, 13:17 Uhr
23.08.2022
Thüringer Lehrerverband (tlv) zum Schuljahresauftakt:

Die Sorgen wachsen

Mit düsteren Vorahnungen blickt der Thüringer Lehrerverband in das nächste Schuljahr. Seine Befragung der Schulleiter brachte nichts Erfreuliches zutage. Über tausend mehr neuen Schülern stehen min bestens 800 unbesetzt Lehrerstellen gegenüber …

„Mit Sorge“ blickt der tlv thüringer auf das am kommenden Montag beginnende neue Schuljahr – eine Gefühlslage, die die Verbandsleitung mit den Schulleitern in Thüringen teilt. Das zeigt die nicht repräsentative Umfrage, die der tlv seit mehreren Jahren am Ende der Sommerferien durchführt, um die aktuelle Lage in den Schulen zu erfragen. „Fast drei Viertel der Schulleitungen blicken besorgt auf das, was sie erwartet“, erklärt Frank Fritze, stellvertretender Landesvorsitzender des tlv. „Dabei fallen vor allem die sich immer weiter zuspitzende personelle Situation und die zunehmende Belastung durch administrative Aufgaben ins Gewicht.“
 
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„Im Schnitt fehlen an jeder Schule zwei Kolleginnen und Kollegen“, fasst Tim Reukauf, Sprecher des Jungen tlv, die Ergebnisse der Fragen nach der konkreten personellen Situation zusammen. „Das deckt sich mit dem, was uns die offiziellen Statistiken und das Karriereportal zeigen: Wir haben im Vergleich zum vergangenen Schuljahresbeginn 1306 Schüle mehr, aber 142 Lehrerinnen und Lehrer weniger.“ Gleichzeitig seien aktuell fast 800 Stellen ausgeschrieben und noch unbesetzt. „Und wir wissen, dass diese Zahl nicht die ganze Wahrheit zeigt. Denn viele Stellen finden gar nicht erst den Weg in die Ausschreibungen, weil ohnehin keine geeigneten Kandidaten in Sichtweite sind.“
 
Die Folge, so Reukauf weiter, sei, dass nur jede zehnte Schule ihr Soll an Unterrichtsstunden tatsächlich abdecken könne. Auch die Einstellung sogenannter Seiteneinsteiger bringe aufgrund der mangelnden fachlichen Vorbereitungen durch den Dienstherren vor allem die Notwendigkeit mit sich, diese an den Schulen intensiv einzuarbeiten und zu betreuen – was wieder einen Mehraufwand für die Schulen darstelle. Hinzu komme, dass die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Entlastung durch multiprofessionelle Teams nach wie vor nicht die Realität sei. „Wenn nur eine von neun Schulen den ihr zustehenden Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung auch personell abdecken kann, ist das ein Armutszeugnis angesichts dessen, was in Sachen Inklusion alles versprochen worden ist.“
 
Auch eine mögliche neue Pandemiewelle bereite den Schulleitern in Thüringen Sorgen, so Frank Fritze. „Die Hälfte der Kollegen würde sich eine Testpflicht wünschen, aber es wird keine geben. Es wird überhaupt keine Vorsichtsmaßnahmen an den Schulen geben, abgesehen von allgemeinen Hygieneempfehlungen.“ Tests seien zwar an vielen Schulen noch vorrätig, doch würden diese in wenigen Monaten ablaufen. Für den Fall, dass es erneut zu Schulschließungen oder Wechselunterricht kommt, sehen sich mehr als die Hälfte der Schulleitungen digital unzureichend ausgerüstet. Insgesamt erteilten die Schulleitungen dem Bildungsministerium deshalb erneut die Note „Mangelhaft“.

Die Forderungen des tlv an die Politik seien nahezu identisch mit denen des Vorjahres, weil sich „viel zu wenig getan habe“, so Reukauf abschließend.

Stellvertretend für die Beschäftigten in den Schulen fordert der tlv thüringer lehrerverband:

  • Die Personalprobleme müssen endlich angegangen werden – hauptsächlich, indem die Einstellungsbedingungen und -verfahren gründlich und bedarfsorientiert überarbeitet werden.
  • Die Einrichtung der vor acht Jahren versprochenen multiprofessionellen Teams erweist sich als immer unverzichtbarer. Lösen Sie dieses Versprechen endlich ein – und zwar so, dass Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter etc. im Bedarfsfall unmittelbar vor Ort Unterstützung leisten können!
  • Die Schulen brauchen eine echte Entlastung. Deshalb: Administrative Entschlackung jetzt!
  • Es fehlen mittel- bis langfristige, praktikable und die Schulen entlastende Konzepte.
  • Dringend notwendig ist zudem eine Nachbesserung bei der digitalen Ausstattung der Schulen.
Autor: red

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Kommentare
Rob2000
23.08.2022, 14:15 Uhr
Traurig aber war
Die Petersbergschule hat immer noch kein Physiklehrer.
Wo bleibt da eine Förderung?
free Gigi
23.08.2022, 19:21 Uhr
Abwrackmodus
Deutschland ist im Abwärtstrudel und es wird nicht besser.. !
Strandläufer
23.08.2022, 19:50 Uhr
Überall dasselbe
Bei uns an der Küste gibt es dann eben in Stufe 7 keinen Physikunterricht. Mal schauen wo das noch hinführt. Andererseits sollte man beginnen sich auch dem Onlineunterricht zu öffnen. Wir sind digital wirklich hinter Osteuropa.
Ra1n3R
23.08.2022, 22:26 Uhr
Die Sorgen wachsen?
Wie weit kann man sich von der Realität entfernen? Antwort Politik - Ja! Es ist inzwischen wirklich lächerlich und auch sinnlos, solche Aussagen überhaupt noch zu lesen. Der Mangel an Lehrkräften, die Ausstattungen in den Schulen, Digitalisierung und vor allem "regelmäßiger Unterricht mit realitätsnahem Stoff", gerade in Hinblick auf berufsoriende Praxis liegen seit vielen Jahren bekannt. Jedes Jahr im Sommerloch kommen immer wieder die gleichen Sprüche und ändern tut sich - Nix. Obwohl, doch. Stellen für Schulsozialarbeiter wurden/werden, abgebaut, offene Stellen für Lehrkräfte können / werden nicht besetzt.

Ganze Fächer werden nicht unterrichtet, weil keine Lehrkräfte vorhanden sind, andere Fächer werden nur rudimentär unterrichtet. Aber immer mehr Schüler in die ohnehin überfüllten Klassen gestopft, woran sich mit der aktuellen Situation auch nichts ändert.

@Rob2000 - Das genannte Beispiel mit der Schule kann ich bestätigen. Wobei das nur ein Problem dort war. Chemie / Bio wurde auch kaum unterrichtet, halbjährlich aufgeteilt. Und das man täglich (die Webseite im Vertretung plan, ist offen für jeden) immer schauen muss, welcher Unterricht am nächsten Tag ausfällt, war über Jahre ein Armutszeugnis. Ich bin froh, dass mein Kind es nun hinter sich hat.

Der größte Witz war diese Schulcloud, die mit heißer Nadel gestrickte Version von Online Unterricht. Mit Video lief da über die Corona Zeit tatsächlich 2x etwas, der Rest mit einfach reingehauenen Aufgaben. Mal als schlechtlesbarer Scan, mal als PDF oder Word Datei. Nachfragen zu Aufgaben verliefen oft im Sande, oder wurden erst Tage später beantwortet. "Man könne ja auch Google nutzen"...

Der Schule, oder den Lehrern dort mache ich keinen Vorwurf. Sie können sich auch keine Lehrer aus den Rippen schneiden.
Nur das jahrelange Gelaber von diversen Politikern ist einfach nicht mehr zu ertragen.

Geld in die Hand nehmen, Anreize für neue Lehrer (Prämien, Unterstützungen zu Wohnungssuchen / Umzüge etc pp) um offene Stellen besetzen zu können, sollte kein Tabubruch sein. Man stopft einfach seit 2015 immer mehr Schüler (jetzt erneut) in ohnehin überfüllte Klassen, ohne ausreichendes Personal und hofft das Beste. Tolle Strategie... :/
hoecker1
24.08.2022, 09:45 Uhr
ist doch so gewollt
es werden Mio. und Mrd. in sinnlose Kriege und Projekte gesteckt, obwohl im eigenen Land extremer Bedarf ist. Man kann sich auch selbst abschaffen. Wie meine Vorredner sehe ich das genau so. Unser Sohn soll jetzt Russisch lernen- Aha die ganze Welt verflucht gerade jenes Land, aber man unterrichtet diese Sprache. Wofür? Für den Ernstfall??? Englisch was eine Weltsprache ist, ist fast gänzlich im letzten Jahr ausgefallen wegen Krankheit etc.
Hier sollte man einiges überdenken.
Lasst das Geld im eigenen Land und steckt es in Bildung, dann haben wir auch irgendwann wieder Fachkräfte und keine Hilfskräfte!
Paulinchen
24.08.2022, 10:02 Uhr
Schon erstaunlich...
... überall fehlt es am Qualifizierten Personal, nur im Abgeordnetenhaus, dem Deutschen Bundestag, sitzen sie fast übereinander. Weshalb ist das so? Doch nicht etwa, weil man da während der "Arbeit", für sehr viel Geld, geruhsam schlafen kann? Wer sich mit den Abgeordneten näher beschäftigt, stellt fest, einige Fragen dieser Personen sind ohne ausreichende Schulbildung dort hin gekommen. Es geht eben auch fast ohne.......
grobschmied56
24.08.2022, 11:07 Uhr
Naturwissenschaftliche Fächer werden völlig...
...überbewertet! Wichtig ist doch, daß man seinen Namen tanzen kann und Gendersternchen an die richtigen Stellen setzt.
Ironie aus.
Eine junge Frau aus meinem Bekanntenkreis hat sich noch und nöcher beworben. In Thüringen - keine Chance.
Schließlich hat sie dann doch eine Stelle bekommen...
In Niedersachsen. Muß halt pendeln. Mit dem PKW.
Was einige Grüne sehr verärgert. Sitzen die nicht mit in der Regierung? Dann wären sie wohl mitverantwortlich dafür, daß eine Lehrerin täglich 80 Km mit dem Pkw pendeln muß, statt 8 bis 10 Minuten mit dem Fahrrad zur nächsten Regelschule. Dort könnte man sie gut gebrauchen, kann sie aber nicht einstellen, weil die Planstelle besetzt ist, von einer dauerkranken Kollegin, die noch zwei oder drei Jahre bis zur Rente hat...
Deutsches Schulsystem - ein einziger großer Pflegefall.
DDR-Facharbeiter
24.08.2022, 12:13 Uhr
An nicht beamtete Naturwissenschaftler in freier Wirtschaft appelieren, Nachwuchs auszubilden.
Keine Physiklehrer, keine Biologielehrer, keine Chemielehrer in den Schulen? Ein Schulleiter in Süddeutschland sprach frühere Schüler mit naturwissenschaftlichem Studium an, ob sie ein Schulhalbjahr lang ein paar Stunden in Physik oder Chemie geben könnten. Ihnen wurden Reisekosten und ein Honorar in Höhe des ortsüblichen Nachhilfe-Stundensatzes - damals 30 DM/h. - vergütet. Tatsächlich haben sich mehrere Naturwissenschaftler bereit gefunden. Ihre Vorgesetzten erteilten die Erlaubnis unter der Bedingung, dass sie keine Firmen- oder Instituts-Interna preisgeben.
Paulinchen
24.08.2022, 13:09 Uhr
Auf die naturwissenschaftlichen...
... Fächer können wir beruhigt verzichten. Die Kinder bekommen eine Tube Sekundenkleber in die Hand und die Grünen benennen die Einsatzorte. Warum und weshalb sie sich ankleben, sollte sie nicht interessieren, Hauptsache sie machen mit. Das ist doch sicher die Transformation, von der die Grünen reden. Wir bestimmen, was gegessen und getrunken wird und wer es nicht kapiert, der bekommt Cannabis frei Haus und alles wird schön. Bald wird es wohl auch zur Freigabe der Genmanipulation im Mutterleib kommen, damit wir nur noch linientreue Kinder bekommen. Quasi auch Soldaten, welche für Freiheit Deutschlands in der Wüste kämpfen.... Das Bildungssytem wird ausgerichtet auf die Migranten, dass diese demnächst alle die 10. Klasse erreichen. Das Geld kommt vom Staat, die Wohnung ist mietfrei, wie auch die Nebenkosten und TV und Internet sind gratis. So lässt es sich in Germany gut und gerne leben.
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